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Sven Kindervater

Zu Gast bei Clinton

Man hört und liest es: In Hoppegarten baut sich eine Firma ihre Europazentrale für 50 Millionen Euro. Doch wer ist diese Firma, was tut sie und vor allem: Warum gerade Hoppegarten? Ich habe genau darüber einfach mal mit einer Mitarbeiterin der Geschäftsführung gesprochen.

Man hört und liest es: In Hoppegarten baut sich eine Firma ihre Europazentrale für 50 Millionen Euro. Doch wer ist diese Firma, was tut sie und vor allem: Warum gerade Hoppegarten? Ich habe genau darüber einfach mal mit einer Mitarbeiterin der Geschäftsführung gesprochen.

Alles fing an mit einem gemütlichen Abend vorm Fernseher unter Freunden und Geschäftspartnern. Es wurde Wein getrunken, gequatscht, ein bisschen gewitzelt. Es folgte ein Bericht über den damaligen Senator Clinton. Ja, eben jener Senator, welcher später Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde. In der launigen Runde kam der charismatische Mann gut an und eine folgenschwere Idee wurde geboren: Eine Jeans mit dem Namen „Clinton“.

Wer ein Gewerbe betreibt, der weiß, wie wichtig es ist, zum richtigen Zeitpunkt die richtige Idee zu haben. Die Firma Clinton hatte sie. So war im Folgenden nicht nur die erste Jeans ein Erfolg. Mittlerweile sind die Frauenmarke „Soccx“ und vor allem die Männermarke „Camp David“ fest etabliert. Dass man sich nach dem Erfolg mit dem US-Präsidenten eines weiteren bekannten Begriffs aus Übersee bediente, lag nahe.

Gute Erfahrungen mit Hoppegarten

Clinton ist jetzt schon seit vielen Jahren auch in Hoppegarten ansässig. Noch vor sieben Jahren erweiterte man hier mit der Aussicht, für die nächsten zwanzig Jahre gewappnet zu sein. Es bietet sich eine schöne Redewendung aus dem Englischen an: And look where we are now – Und nun Schauen Sie, wo wir nun stehen. Nun baut man für 50 Millionen Euro die Europazentrale in Hoppegarten. 

Am Rande des Berufsinformationstages sprach ich mit einer Mitarbeiterin der Geschäftsführung über die Beweggründe, sich nun als Unternehmen so fest an Hoppegarten zu binden. Ganz klar sei dabei die Nähe zu Berlin zu erwähnen. Das Unternehmen lege viel Wert darauf, eine für die Stammbelegschaft gute Arbeitsatmosphäre anbieten zu können und dazu gehöre sowohl eine enge Anbindung an deren Wohnort, als auch die grüne Umgebung für Pausen. Dazu die Anbindung an den ÖPNV und die Autobahn. Ebenso sei das Gewerbegebiet am S-Bahnhof Birkenstein ideal gewesen, weil es den notwendigen Platz bot. Auch die Zusammenarbeit mit Hoppegartens Verwaltung, allen voran Bürgermeister Knobbe (LINKE), wurde als ein entscheidendes Kriterium erwähnt.

Vermeidliche Defizite

Doch warum Hoppegarten? Sicherlich darf man nicht außer Acht lassen, dass das Unternehmen nun einmal vor Jahren in Hoppegarten anfing, viele Mitarbeiter darauf eingestellt waren. Die Erfahrungen mit der Gemeinde waren seitdem rundum positiv. Allerdings konnte man sich hier auch immer wieder und wieder erweitern. Nun ist Hoppegarten aber doch eine von vielen Speckgürtel- Gemeinden in Brandenburg. Ebenso ist Hoppegarten kein Mittelzentrum geworden. Des Weiteren hat Hoppegarten keinen Namenstitel wie „Gartenstadt“ oder „Grüne Stadt am See“. Hoppegarten ist einfach nur Hoppegarten. Hier 50 Millionen Euro zu investieren braucht da schon andere Gründe.

So sah meine Gesprächspartnerin aber kein Defizit darin, was Hoppegarten alles nicht sei. Für Clinton, so schien mir, waren die anderen genannten Faktoren viel ausschlaggebender. So freut sich nicht zuletzt auch Hoppegarten selbst, nämlich zum einen über die sicherlich nicht geringen Zahlungen an Gewerbesteuern, aber auch um hunderte neue Arbeitsplätze, welche durch lokale Werbung Menschen hier vor Ort zu Gute kommen sollen. Vielmehr kann ich nun sage, immer wenn mir jemanden mit einer Marke des Hauses auf der Straße begegnet: „Danke für die Grundschule, danke für die neuen Jobs.“

Viele Faktoren waren ausschlaggebend

Für Neuenhagen und DIE LINKE kann ich nur festhalten, dass auch für uns das Gewerbe und natürlich auch die dadurch erwartbaren Gewerbesteuern wichtig sind. Gemeinden investieren immer dann, etwa in Schulen oder Kitas, wenn auch die Einnahmen aus den Gewerbesteuern stimmen. Darüber hinaus ist die Belebung gerade durch kleinteiliges Gewerbe unbezahlbar. Dafür müssen wir aber auch die notwendigen und zugleich gesamtgesellschaftlich-vertretbaren Voraussetzungen schaffen.


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Lektüretipp

Wir empfehlen Euch die Lektüre  von " Das kurze Gedächtnis - Wie es wurde, was es ist - Splitter aus der deutschen Nachkriegsgeschichte" Gedanken von Kerstin Kaiser, Leiterin des Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau www.dielinke-neuenhagen.de/fileadmin/neuenhagen/Gedaechtnis.pdf