Wem schaden Mindestlöhne?
Ein polemischer Beitrag von Heinz Scharf
Jeder weiss:
Schwarzarbeit ist Steuerbetrug an Vater Staat und Lohnbetrug des “Arbeitnehmers“.
Nichtgezahlte Steuern und weniger ausgezahlter Lohn vermindern allerdings die Unternehmenskosten. Geringere Kosten verbessern die Marktstellung des Unternehmens.
Ist das im Kapitalismus nicht gewollt?
Allerdings ist der Staat in der Zwickmühle:
Steuern will er haben, also geht er mit Macht gegen Steuersünder vor.
Tieflohn stört ihn nicht, Hauptsache die Unternehmer sind trotz Zahlung von Steuern zufrieden, also befürwortet er den höheren Mindestlohn nicht.
Unternehmen malen bei einer Einführung eines Mindestlohns Arbeitsplatzverluste an die Wand, davon ausgehend, dass sie für mindestens gleichbleibenden Profit die Lohnkosten beibehalten wollen, die sich dann zwangsweise auf weniger Lohnempfänger verteilen.
Das Heer der Arbeitssuchenden lässt noch viel Spielraum zum Aussuchen williger Tiefstlohnempfänger.
Also schaden Mindestlöhne doch der Wirtschaft?
Andererseits sagte schon Henry Ford, dass man Autos nicht essen kann, man muss sie kaufen um sie zu nutzen. Der Arbeiter muss dazu das entsprechende Geld verdienen, um es wieder ausgeben zu können.
Die menschliche Seite, dass man für gute Arbeit auch gutes Geld erhalten soll, dass jeder mit dem Lohn für seine Arbeit auch menschenwürdig leben soll, wird bei den neoliberalen „Wirtschaftsstrategen“ aus obigen Grund gar nicht erst erwähnt.
Also schaden Mindestlöhne auch dem Unternehmer?
Grau ist alle Theorie, was sagt die Praxis?
Erfahrungen aus Luxemburg, Grossbritanien und Östereich belegen eindeutig, dass die in diesen Ländern schon seit langem eingeführten Mindestlöhne eben nicht zu einem Beschäftigungsrückgang bei den dortigen Unternehmen geführt haben.
In Luxemburg liegen seit 1973 die Mindestlöhne von 9 Euro je Stunde über dem Existenzminimum.
In Grossbritanien betragen sie 7,70 Euro je Stunde. Allerdings versuchen hartgesottene Unternehmen klammheimlich die Arbeitszeit über 40 Stunden zu erhöhen um damit den Willen des Gesetzgebers zu unterlaufen.
In Östereich müssen ab Januar 2009 alle Branchen in ihren Tarifverträgen den Mindestlohn von 6,71 Euro umgesetzt haben, ansonsten tritt ein gesetzlicher Mindestlohn inkraft. Damit bereitet sich das Land auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit ab 2009 in Europa vor.
Also schaden Mindestlöhne niemanden, im Gegenteil, sie fördern die Wirtschaft insgesamt.
Sie schaden denjenigen Unternehmen, die bisher ihren Profit teilweise auf Kosten der Arbeitnehmerschaft gemacht haben.
Gibt es in Neuenhagen solche Unternehmen?
mehr über www.lasa-brandenburg.de/index.php?id=68
Heinz Scharf
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Lektüretipp
Wir empfehlen Euch die Lektüre von " Das kurze Gedächtnis - Wie es wurde, was es ist - Splitter aus der deutschen Nachkriegsgeschichte" Gedanken von Kerstin Kaiser, Leiterin des Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau www.dielinke-neuenhagen.de/fileadmin/neuenhagen/Gedaechtnis.pdf
