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... sonst bleibt die Moral auf der Strecke

In einem Artikel in der Märkischen Oderzeitung vom 06.03.07 fragt Frau Dr. Ackermann "warum gibt es 17 Jahre nach der politischen Wende noch 613 Thälmannstraßen in Deutschland?" Sie bittet darüber nachzudenken und die Meinung zu äußern.

 

In einem Artikel in der Märkischen Oderzeitung vom 06.03.07 fragt Frau Dr. Ackermann "warum gibt es 17 Jahre nach der politischen Wende noch 613 Thälmannstraßen in Deutschland?" Sie bittet darüber nachzudenken und die Meinung zu äußern. <//span><//span>

Nun denn - "gehen wir es an"...

Ihre Feststellung, dass Ernst Thälmann ein kommunistischer Politiker war, ist für mich, da ich keine modische "Antikommunismusbrille" besitze, kein Argument.
Aber sie gibt in ihrem Artikel auch gleich das richtige Stichwort "Rudolph-Breitscheid-Allee".
Gegen diesen Straßennamen hat Frau Dr. Ackermann offensichtlich nichts einzuwenden..

Messen wir also beide Namensgeber mit der gleichen Meßlatte..

Ernst Thälmann, wie auch Rudolph Breitscheid waren beide Abgeordnete des Deutschen Reichstages, also angesehene Persönlichkeiten..

Ernst Thälmann (KPD), wie auch Rudolph Breitscheid (SPD) waren zur gleichen Zeit Häftlinge im Konzentrationslager (KZ) Buchenwald..

Ernst Thälmann, wie auch Rudolph Breitscheid wurden in kurzer Folge im KZ Buchenwald ermordet.
Sie sind also nachweisliche Opfer des Faschismus.
Und da die Mehrheit der Neuenhagener Bürger den Opfern des Faschismus die gehörige Ehre erweist, gibt es in Neuenhagen sowohl eine Rudolph-Breitscheid-Allee als auch eine Ernst-Thälmann-Straße.
Ich hätte auch nichts dagegen, gäbe es in Neuenhagen eine Pfarrer-Schneider-Straße.
Der parteilose Christ wurde ebenfalls in Buchenwald ermordet..

Unterlassen wir es, die Opfer des Faschismus nach fragwürdigen Gesichtspunkten auseinander zu sortieren, sonst bleibt irgendwo die Moral auf der Strecke.

Helmut Lähner


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Lektüretipp

Wir empfehlen Euch die Lektüre  von " Das kurze Gedächtnis - Wie es wurde, was es ist - Splitter aus der deutschen Nachkriegsgeschichte" Gedanken von Kerstin Kaiser, Leiterin des Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau www.dielinke-neuenhagen.de/fileadmin/neuenhagen/Gedaechtnis.pdf