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Lehren ziehen, aber wie?

„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“

Dieses Marx´sche Signal im Kommunistischen Manifest hat die ganze Welt gehört – aber hat sie es auch verstanden?

Können wir uns heute zurücklehnen und so tun, als wäre das Schnee von gestern, die Gegenwart sieht anders aus?

„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“
Dieses Marx´sche Signal im Kommunistischen Manifest hat die ganze Welt gehört – aber hat sie es auch verstanden?
Können wir uns heute zurücklehnen und so tun, als wäre das Schnee von gestern, die Gegenwart sieht anders aus?

 

Dass die Frage weder mit ja oder nein zu beantworten ist, zeigt die tägliche Diskussion zwischen Menschen, die mehr oder weniger „links“ denken, die „links“ stehen oder auch nur nach links schielen.
Wer hat recht?


Soll eine linke Partei in einer kapitalistischen Gesellschaft diese mit regieren, also quasi selbst ein Handlungsinstrument des Kapitalismus werden obwohl gerade das Gegenteil auf ihren Fahnen steht?
Oder sollte sie als Opposition der ständige Stachel im Fleisch des Kapitalismus sein?
In welcher gesellschaftspolitischen Stellung lassen sich linke Ziele überhaupt und am wirkungsvollsten umsetzen?
Eines kann man sich aber an jedem Finger abzählen: Ein Einzelner hat, auch wenn er seine Meinung noch so logisch und prinzipienfest popularisiert, keine Chance, sich gegen eine riesige Masse etablierter „Demokraten“ mit gesichertem Pensionsanspruch Gehör zu verschaffen, geschweige denn etwas zu verändern. Das kann nur, wer sich mit seinen Nachbarn zusammenschließt, auch wenn die Mundgerüche unterschiedlich sind. Und das bedeutet miteinander reden und andere Standpunkte akzeptieren.
Aus dem Stegreif und aus dem hohlen Bauch heraus wird es keine nachhaltige Diskussion geben. Es bleibt tatsächlich nur, sich der Erfahrungen anderer zu bedienen, die sich schon früher und auch jetzt intensiv mit dieser Problematik befasst haben und befassen.
Allerdings bieten die elektronischen und gedruckten Tagesmedien kaum Ansatzpunkte für ein solches Vorhaben.


Ganz im Gegenteil!
Nicht nur die Auslassungen der Akteure der „Volksparteien“, auch Handlungen und Meinungen von bekannten Politikern der linken Partei, sei es zur Geschichte beider deutschen Staaten oder zu unpopulären Entscheidungen im Sozial- und Wirtschaftsbereich, rufen ein sehr widersprüchliches Echo bei den Wählern und Nichtwählern hervor.


Die Moral der Geschichte ist:
Versuchen wir mit Hilfe von belesenen Leuten, mehr die Ursachen, die Umstände und die Wirkungen, die beabsichtigten und die nicht beabsichtigten zu durchleuchten, wieder zu üben, wie man im Gespräch mit unterschiedlichen Standpunkten umgehen kann und wie man aus Fehlern lernen kann.
Trivialitäten?


Am 20. Oktober hat jeder die Gelegenheit, mit Genossin Cornelia Hildebrandt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung den Ursachen und Folgen linker Regierungs- oder Oppositionspolitik auf den Grund zu gehen. Ein gutes Mittel, an diesem Abend auch dem Fernsehen zu entgehen!

Heinz Scharf

 


Alle Ausgaben unserer kleinen Zeitungen "Ansichten - Aussichten", "Bürgerzeitung" und "Im Gespräch" finden Sie hier

Lektüretipp

Wir empfehlen Euch die Lektüre  von " Das kurze Gedächtnis - Wie es wurde, was es ist - Splitter aus der deutschen Nachkriegsgeschichte" Gedanken von Kerstin Kaiser, Leiterin des Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau www.dielinke-neuenhagen.de/fileadmin/neuenhagen/Gedaechtnis.pdf