Erstes Solarkraftwerk in Neuenhagen in Angriff genommen
Deutschland will 20 % seines Energiebedarfs bis 2020 über erneuerbare Energieträger decken. Das will die Bundesregierung zur Minderung der Klimaerwärmung durchsetzen. Und das ist auch dringend notwendig, sind wir in Ost- und Südbrandenburg doch besonders betroffen von den Folgen 1). Denn hier ist es von Natur aus schon immer trockener als im übrigen Deutschland gewesen. Und in Zukunft wird die Jahresniederschlagssumme bei uns noch weiter abnehmen. Und es wird seltener, dafür aber dann heftiger regnen. Wir haben also allen Grund, dass auch Neuenhagen mindestens 20 % seines Energiebedarfes selbst aus erneuerbaren Energien erzeugt. Dabei ist der Wechsel zu einem Ökostromanbieter nicht ausreichend, wird doch damit dazu beigetragen, dass die Uckermärker und die Küstenbewohner noch mehr Windenergieanlagen vor die Nase gesetzt bekommen.
Deshalb haben wir - die Fraktion DIE LINKE. – schon 2006 die Initiative ergriffen und Ideen durchgespielt, wo man ein Solarkraftwerk installieren könnte. Windenergieanlagen kommen aus Gründen des Lärmschutzes auf unserem Territorium nicht in Frage. Die erste Idee, auf der Mülldeponie Fotovoltaikanlagen aufzustellen, erwies sich als gegenwärtig nicht rentabel, weil zu klein. Nun hat die Verwaltung weitere Flächen im Gewerbegebiet zur Pacht für 25 Jahre angeboten, die noch nicht erschlossen sind. Die Firma Wattner AG, die sich auf die Finanzierung von Solarkraftwerken spezialisiert hat, hat nun Interesse daran gezeigt, auf 6 ha Fläche an der Autobahn für die Errichtung des Solarparks 7-9 Mio € zu investieren. Es soll noch 2008 gebaut werden.
Leider ist unser Vorschlag, die Gemeinde möge sich an der Investition beteiligen, auf der Grundlage des bestehenden Kommunalrechts nicht zulässig. Wir freuen uns, dass unsere Initiative erste reale Schritte in die richtige Richtung ausgelöst hat. Aber wir mahnen weitere Aktivitäten an. Wir unterstützen die Initiativen der Agenda-21-Gruppe Energie, Bürgersolar-Anlagen auf kommunalen Gebäudedächern zu errichten und das 50/50-Programm zur Energieeinsparung in Schulen. Aber damit haben wir unser 20%-Soll noch lange nicht erfüllt.
Angela Schlutow
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1) Potsdam Institut für Klimafolgenforschung
PIK-Report No.83
Studie zur klimatischen Entwicklung im Land Brandenburg bis 2055 und deren Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, die Forst- und Landwirtschaft sowie die Ableitung erster Perspektiven
F.-W. Gerstengarbe, F. Badeck, F. Hattermann, V. Krysanova, W. Lahmer, P. Lasch, M. Stock, F. Suckow, F. Wechsung, P. C. Werner (June 2003)
06.03.2008 KOMMENTAR
Wer hat etwas gegen Solarstrom?
Gegenwärtig Viele! Warum?
Weil nach wie vor trotz aller sogenannter Förderungen der Investitionsaufwand für den Einzelnen zu hoch ist. Außerdem finanzieren die Nichtsolaranlagenbesitzer über ihre Energierechnung die "Förderung" der Anlagenbetreiber. Den Nutzen haben nicht wir alle, sondern der Energiehändler.
Sinnvoll wäre ein eigenes (kommunales) "Solarenergiewerk", welches die Bürger ohne Umwege über einen privaten Energieversorger versorgt.
Darüber sollte zumindest nachgedacht werden. Das erfordert auch garantiert überregionale Kooperationen. Wennschon nicht 2009 so doch ev. bis 2012?
Heinz Scharf
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Lektüretipp
Wir empfehlen Euch die Lektüre von " Das kurze Gedächtnis - Wie es wurde, was es ist - Splitter aus der deutschen Nachkriegsgeschichte" Gedanken von Kerstin Kaiser, Leiterin des Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau www.dielinke-neuenhagen.de/fileadmin/neuenhagen/Gedaechtnis.pdf
