... bis denn, der Sven
Dass ich an einem Samstag um neun Uhr wach bin, hat entweder damit zu tun, dass ich wegen irgendwelcher Schmerzen nicht schlafen kann,… oder eben mit der Partei. Aus völlig unverständlichen Gründen fand eben zu jener Fabelzeit die Berichtswahlversammlung statt.
Dass ich an einem Samstag um neun Uhr wach bin, hat entweder damit zu tun, dass ich wegen irgendwelcher Schmerzen nicht schlafen kann,… oder eben mit der Partei. Aus völlig unverständlichen Gründen fand eben zu jener Fabelzeit die Berichtswahlversammlung statt.
Ich kam ein bisschen zu spät, aber es war eher ein Wunder, dass ich um diese Zeit überhaupt da war. Aber nun gut, hätte ich mich halt in irgendeine Ecke gesetzt, brav zugehört und wäre anschließend wieder ins Bett gegangen. Aber Pustekuchen. Ganz vorne durfte ich sitzen, keine Ahnung, wieso. Aber entgegen all meinen Befürchtungen handelte es sich nicht um eine noch langweiligere Mini-Version einer Kreisdelegiertenkonferenz, sondern um einen sehr politischen Morgen mit viel kreativer und progressiver Diskussion, bei der es mir nicht schwer fiel, meine Augen offen zu halten.
Nach kurzer Eröffnungsrede von Peter Fischer, sprach Werner Förster in seinem Amt als Ortsvorsitzender der BO Neuenhagen über die Politik der Linkspartei in der Gemeinde, dem Kreis, dem Land und dem Bund der vergangenen Jahre. Gelobt wurde er dafür, dass er sich, nicht wie sein Idol Gregor Gysi stets, sehr diszipliniert an die Zeitvorgabe hielt.
Dr. Larissa Schippel berichtete anschließend über den Halbzeitstand der Fraktionsarbeit. Sie machte darauf aufmerksam, dass kaum ein Bürger die Möglichkeit wahrnimmt, sich den Haushalt anzusehen, dass das Bürgerhaus, so wie es jetzt ist, nicht weiter funktionieren kann und man über Neuerungen und Veränderungen nachdenken muss und einen Neubau der Bibliothek und dass wir uns in Neuenhagen einer besonders zur Bundesspitze nahen SPD entgegen stehen sehen, mit einer aggressiv kinder- und familienfeindlichen Politik.
Anschließend kam es zur Diskussionsrunde. Es wurden gemeinsame Projekte von Neuenhagen und Hoppegarten erwähnt, man diskutierte, ob das Wahlprogramm von 2003 umgesetzt wurde und was noch zu tun ist, lobte die Arbeit der Agenda 21 und überlegte, wie man den Wahlkampf 2008 am besten gewinnen kann, wobei betont wurde, dass wir unser Hauptaugenmerk weniger aufs Internet und Informationsblätter legen sollten, sondern mehr auf den persönlichen Kontakt zum Wähler. Und Bernd Sachse, seines Zeichens Kreisvorstandsvorsitzender von Die Linke.MOL als Gast, warf ein, dass man in Seelow einst eine monatliche Tradition eines Informationsstandes im Ort hatte und ob man die Idee nicht auch in Neuenhagen (und anderswo) umsetzen könnte.
Doch alles in allem, war es ein sehr spannender Samstagmorgen, mit vielen guten Beiträgen.
Abschließend wurde der neue Ortsvorstand gewählt, wobei Werner Förster erneut mit 100% zum Vorsitzenden gewählt wurde.
So, das nächste Mal werde ich dann wieder politisch, aber dazu müsste man mich mal ausschlafen lassen.
… bis denn, der Sven
Sven Kindervater
1 Kommentar für diesen Artikel vorhanden.
Sven, 11.02.2007
PS: Aufgrund meiner oben beschriebenen Müdigkeit, scheint mir ein kleiner inhaltlicher Lapsus unterlaufen zu sein. Natürlich hat Dr. Larissa Schippel nicht der Neuenhagener SPD eine aggressive kinder- und familienfeindliche Politik vorgeworfen, dazu muss ich darauf verweisen, dass ich sie falsch verstanden habe und sie auch nicht mehr zu zitieren vermag. Doch wenn wir schon mal dabei sind, möchte ich anmerken, dass, obwohl von der Basis der SPD durchaus positive Vorschläge kommen, so vielleicht auch hier in Neuenhagen, an den Stellen, an denen die SPD die Macht hat und in der Lage wäre etwas zu verändern, nämlich in der Landes- und Bundesregierung, ich ganz klar eine sehr aggressiv kinder- und familienfeindliche Politik feststellen muss! Und wenn die Neuenhagener SPD nun eine gewisse Beziehung in die Bundesspitze vorweisen kann, fordere ich sie dazu auf, diese auch zu nutzen und für einen Politikwechsel zu sorgen. Das neue Elterngeld betrügt Hartz-IV-Empfänger um bis zu einem ganzen Jahr Unterstützung für ihre Neugeborenen gegenüber der vorher geltenden Regelung. Hartz IV selbst lässt hunderttausende Kinder in Armut und Existenznöten aufwachsen, wobei nicht wenige arbeitslose Eltern den Kindern damit auch keine Vorbilder mehr sein können, wenn sie nicht sowieso nur noch auf das eigene Überleben konzentriert sind und ihre Kinder sich selbst überlassen, siehe Fälle von Verwahrlosung in Bremen und anderswo. Dass Kinder und Jugendliche kostenlos Kindergrippe, Kindergarten, Vorschule, Grund- und Oberschule und anschließend die Universität besuchen können, wäre nicht nur ein Zeichen, dass uns unsere Jugend und ihre (Aus-) Bildung am Herzen liegt, sondern dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind. Die jetzige Politik der Landes- und Bundes-SPD erinnert mich mehr an ein „Back to Manchester“ und ich bin fest der Überzeugung, dass sogar Bismarck die SPD dazu auffordern würde, dass „S“ aus ihrem Namen zu streichen. Denn Sozialistisch ist eure Politik schon lange nicht mehr, dass „S“ ist ganz klar eine Täuschung von Wählern. Ich betone noch einmal, dass dies meine ganz persönliche Meinung ist, wobei ich aber denke, dass es viele gibt, die sich dem einen oder anderen Gedanken anschließen können… bis denn, der Sven.
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Wir empfehlen Euch die Lektüre von " Das kurze Gedächtnis - Wie es wurde, was es ist - Splitter aus der deutschen Nachkriegsgeschichte" Gedanken von Kerstin Kaiser, Leiterin des Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau www.dielinke-neuenhagen.de/fileadmin/neuenhagen/Gedaechtnis.pdf
