Auf den Spuren von Johanna Solf
Ein Kommentar von Hartwig Wolff
Gelesen auf der Internetseite der Gemeinde Neuenhagen.
Dieses Gedenken kam u. a. auch besonders durch Herrn Heinz Scharf zustande. Er hatte sich vorgestellt, dem 120. Geburtstag der Antifaschistin Hanna Dotti durch eine öffentliche Veranstaltung einen würdigeren Rahmen zu geben. Über Antifaschismus zu reden ist gerade in unserer Zeit angesichts verstärkter neofaschistischer Aktionen geradezu ein Gebot der Stunde. Schade, eine gute Möglichkeit blieb ungenutzt.
Hartwig Wolff
Zum 120. Geburtstag von Johanna Solf, der Tochter des einstigen Neuenhagener Amtsvorstehers George Leopold Dotti, weilte kürzlich ihr Enkel Eugen Solf auf Einladung der Gemeinde in Neuenhagen. Auch ein Nachfahre eines weiteren Dotti-Zweiges, Manuel Dotti, war Gast beim Bürgermeister. Jürgen Henze stellte den Gästen die Gemeinde vor. Ortschronist Dr. Erich Siek hatte aus seinem Archiv interessante Fotos und Beiträge über Familie Dotti mitgebracht.
Im Anschluss daran besuchten die Gäste das einstige Haus des Gemeindevorstehers, die sogenannte Schumann-Villa in der Hauptstraße, die im kommenden Jahr zum Haus der Begegnung und des Lernens umgebaut wird. Diese Villa hatte Dotti 1900 nach eigenen Entwürfen errichten lassen. Hier verlebte Johanna Dotti ihre Jugendtage. Später heiratete sie den Diplomaten Dr. Wilhelm Solf. Als Gründerin des Solf-Kreises leistete sie im Nazi-Deutschland aktiven und passiven Widerstand gegen das Regime. Dafür wurde Johanna Solf vor den Volksgerichtshof gestellt und ins Konzentrationslager Ravensbrück sowie in verschiedene Zuchthäuser gesteckt.
Um Johanna Solf zu ehren, wird auf Beschluss der Gemeindevertretung eine neue Straße im Wohngebiet am Gruscheweg, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Villa befindet, nach ihr benannt. Ihr Enkel Eugen Solf zeigte sich hocherfreut über das Interesse der Gemeinde an Johanna Solf und versprach, zur Straßeneinweihung im Frühjahr wiederzukommen. Zugleich bot er an, vor interessierten Schülern einen Vortrag über seine Großmutter zu halten, um die Erinnerung an diese aufrechte Kämpferin gegen das Nazi-Regime wachzuhalten. Entsprechende Kontakte zum Einstein-Gymniasum wird die Gemeinde vermitteln.
Themenbereiche
Handel, Wirtschaft und Verkehr
Neuenhagen, Partnergemeinden und Regionen
Zurück zum Themenbereich mit dem Browser-Button, zur Themenseite mit dem Zurück-Button links unten
Alle Ausgaben unserer kleinen Zeitungen "Ansichten - Aussichten", "Bürgerzeitung" und "Im Gespräch" finden Sie hier
Lektüretipp
Wir empfehlen Euch die Lektüre von " Das kurze Gedächtnis - Wie es wurde, was es ist - Splitter aus der deutschen Nachkriegsgeschichte" Gedanken von Kerstin Kaiser, Leiterin des Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau www.dielinke-neuenhagen.de/fileadmin/neuenhagen/Gedaechtnis.pdf
