10 Jahre private Arbeitsvermittlung in Neuenhagen
nach einem Gespräch von Heinz Scharf mit Frau Ursula Will, Inhaberin, im Januar 2008
NAW Neuenhagener Arbeitsvermittlung Will
Ursula Will
Fichtestrasse 2a, 15366 Neuenhagen
http://www.arbeitsvermittlung-will.de/
Entwicklung
Die Kommunale Arbeitvermittlung Neuenhagen (KAV) wurde am 01.03.1998 bei der KENeu mbH aufgrund eines Vorschlages von Detlef Militz, PDS, gegründet.
Im Rahmen der Wirtschaftsförderung, als freiwillige Aufgabe, bot die Gemeinde den kostenlosen Service der Personal- und Arbeitsvermittlung für Neuenhagener Unternehmen und Bürger an. Ziel war es, Neuenhagener Arbeitskräfte mehr in die Unternehmen vor Ort einzubinden und damit die Pendlerquote abzusenken.
Frau Ursula Will begann mit dem Aufbau der Kommunalen Arbeitsvermittlung Neuenhagen.
Hauptinhalt der Geschäftstätigkeit waren die Akquisition von Stellen in Unternehmen, das Führen von Beratungs- und Bewerbungsgesprächen mit den Arbeitsuchenden, die persönliche Vorstellung und Vermittlung der Bewerber in die Unternehmen und die statistische Dokumentation.
Weiterhin bot die KAV ein umfangreiches Beratungsangebot an bzw. vermittelte Kontakte zu anderen Beratungsstellen, wie z.B. den Integrationsfachdienst (IFD) für Menschen mit Behinderung oder zu Weiterbildungseinrichtungen. Unternehmen erhielten Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Fördermitteln.
Schnell sprach sich dieser Service in den umliegenden Gemeinden herum Die Arbeitsvermittlung erhielt zunehmend Zulauf von dort, aber auch aus Hellersdorf und Mahrzahn.
In dieser Zeit war die Neuenhagener Arbeitsvermittlung noch ein Novum, da bisher ausschliesslich die Arbeitsagentur für die Vermittlung zuständig war, es kaum private Arbeitvermittler gab.
Zeitweise konnten zur Finanzierung die Gemeinden Hoppegarten und Fredersdorf einbezogen werden, da hier ein erheblicher Anteil von Unternehmen und Bürgern den kostenlosen Service nutzten.
Vermittelt wurden sowohl ungelernte Kräfte, Facharbeiter, Ingenieure, als auch in Qualifizierung befindliche Arbeitssuchende.
Ende 2002 wurde die KAV ein Bestandteil des neu gebildeten „Zentrums für Wirtschaftsförderung und Arbeit (ZAW) –“ der KENeu mit Sitz in der Dotti-Villa, welches leider aber bereits nach 2 Jahren wieder geschlossen wurde. In dieser Zeit wurde der Service weiter ausgebaut, hier gewann die Unterstützung von Existenzgründer zunehmend an Bedeutung (z. B. Ich – Ag-en).
Zu dieser Zeit trat die Hartz IV-Gesetzgebung in Kraft.
Die Gemeindeverwaltung stützte sich damals auf die Hoffnung, dass durch die Hartz IV-Gesetzgebung und die damit verbundene Einrichtung von Job-Zentren eine kommunale Arbeitsvermittlung überflüssig geworden ist.
Um die bisher erfolgreiche Vermittlungstätigkeit für Neuenhagen weiter zu führen, eröffnete Frau Will, IHK-zertifizierte Fachkraft für Personalvermittlung, die „NAW Neuenhagener Arbeitvermittlung Will“ am 01. März 2005 in der Fichtestr. 2 A. Das Serviceangebot für Unternehmen und Arbeitsuchende wurde weitergeführt und den Gegebenheiten der Zeit angepasst.
Zur Wirtschaftsförderung und zum Personalservice der Gemeindeverwaltung, zum Gewerbeverband Neuenhagen und zum Bürgermeister bestehen gute, aber noch weiter ausbaufähige Kontakte.
Aus der vom Bürgermeister angeleiteten Fachkräftegruppe der S5-Region und den Arbeitsgruppen der Agenda 21 erwachsen Impulse für die Fortführung der Vermittlungstätigkeit.
Aufgrund langjähriger Tätigkeit ist die Neuenhagener Arbeitsvermittlung Will in Netzwerke mit anderen Personal- und Arbeitsvermittlungen, Weiterbildungsträgern aus der Region, Berlin und bundesweit eingebunden. Das Unternehmen ist Mitglied im Fachverband der privaten Arbeitsvermittler und Personalberater RdA e.V.
Aussichten
Rückblickend schätzt Frau Will den Erfolg der 10-jährigen Vermittlungstätigkeit als positiv ein, Arbeitssuchenden und Unternehmen konnten in den vielen Fällen geholfen werden.
Gegenwärtig ist die Situation auf dem lokalen Arbeitsmarkt schwieriger geworden.
Die nachgefragten Qualifikationen sind oft nicht oder nicht mehr vorhanden. Die Weiterbildung der Bewerber ist selten durch die Agentur möglich, zur eigenständigen Finanzierung fehlt oft das Geld.
Gut qualifizierte Arbeitskräfte finden schnell wieder eine Anstellung. Langzeitarbeitslose, Jungfacharbeiter und ältere Arbeitnehmer sind schwer zu vermitteln.
Langzeitarbeitslose, die mittlerweile auch von den JobCentren zu privaten Vermittlern geschickt werden, haben oft multiple Vermittlungshemmnisse. Die fehlende Bereitschaft auch Arbeiten ausserhalb Neuenhagens anzunehmen, verbaut vielen Arbeitsuchenden den Wiedereinstieg.
Deshalb ist der gute Kontakt zur Gemeindeverwaltung und anderen Interessengruppen, die in der regionalen Wirtschaftsentwicklung involviert sind und zu Print- und virtuellen Publikationseinrichtungen von grundlegender Bedeutung.
Ein steigendes Bewusstwerden einer strategischen Personalentwicklung bei den Neuenhagener Unternehmen könnte positive Auswirkungen auf die Beschäftigungsmöglichkeiten haben.
Die Kostenfrage ist durch den Einsatz von Vermittlungsgutscheinen, die es bis zum Jahr 2010 geben wird, für Unternehmen wenig relevant.
Vorschläge
mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung und weiterer Interessierter könnten eigene Projekte realisiert werden:
- Herstellung eines Kataloges der Kompetenzen von Arbeitssuchenden und gesuchte Kompetenzen als Print- und Internetausgabe, möglich wäre auch eine Beilage im monatlichen Amtsblatt/Neuenhagener Echo.
- Vorbereitung von potentiellen Lehrstellensuchenden auf eine betriebliche Lehre
- Ausweitung des Beratungsangebotes: z. B. Zusammenarbeit mit einer Schuldnerberatung, Beratung zur Antragstellung von ALG II und zu den Bescheiden, Existenzgründerberatung
Fragen an die Leser:
Wie kann im Interesse Neuenhagens und seiner Wirtschaft dem Unternehmen „NAW Neuenhagener Arbeitsvermittlung Will“ bei den vorgestellten Ideen Unterstützung gegeben werden?
Welcher Unternehmer, Bürger, Verein, welche Institution kann sich mit Hilfe und Tatkraft in diesen Prozess einreihen?
Aus der Presse Info 002/2008 der Bundesagentur für Arbeit FF/O vom 03.01.2008
Ostbrandenburg
Im Dezember 2007 stieg die Zahl der Arbeitslosen in Ostbrandenburg von 30.890 um 825 auf 31.715 an. (Seit 1996 der niedrigsten Dezemberbestand),
Arbeitslosenquote: 13,4%.
2.570 Personen meldeten sich aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos,
1.539 Personen wurden wieder erwerbstätig.
796 Arbeitsstellen, davon 416 durch Unternehmen, wurden der Agentur für Arbeit FF/O gemeldet.
MOL
Im Dezember 2007 stieg die Zahl der Arbeitslosen in MOL um 446 auf 13.554,
Arbeitslosenquote 13,1%. (Strausberg 9,5 %, Seelow 19,4 %, Bad Freienwalde 20,6 %).
1.448 Personen meldeten sich aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos
952 Personen wurden wieder erwerbstätig.
403 Arbeitsstellen, davon 146 aus Unternehmen, wurden der Agentur für Arbeit FF/O gemeldet.
Davon überwiegend
Dienstleistungsbereich 131, Grundstücks- und Wohnungswesen 24, Baugewerbe 19, Handel 20, verarbeitendes Gewerbe 25, Gastgewerbe 4.
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Handel, Wirtschaft und Verkehr
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Lektüretipp
Wir empfehlen Euch die Lektüre von " Das kurze Gedächtnis - Wie es wurde, was es ist - Splitter aus der deutschen Nachkriegsgeschichte" Gedanken von Kerstin Kaiser, Leiterin des Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau www.dielinke-neuenhagen.de/fileadmin/neuenhagen/Gedaechtnis.pdf
