LINKE Neuenhagen weiterhin im Visier von Neo-Nazis
Zum wiederholten Male ist DIE LINKE in Neuenhagen ins Visier von Neo-Nazis geraten. Nach einem Angriff auf unser Bürgerbüro traf es nun unsere Plakate zur Kommunalwahl. Man sollte nicht wegsehen, sondern das Problem Rechtsextremismus auch in Neuenhagen ernst nehmen.
Zum wiederholten Male ist DIE LINKE in Neuenhagen ins Visier von Neo-Nazis geraten. Nach einem Angriff auf unser Bürgerbüro traf es nun unsere Plakate zur Kommunalwahl. Man sollte nicht wegsehen, sondern das Problem Rechtsextremismus auch in Neuenhagen ernst nehmen.
Diesmal traf es das Plakat an der Sparkasse. Dabei wurde das Papier von der Pappe gerissen und mit einem Kugelschreiber um die Buchstabenfolge "NSDAP" ergänzt. Das alles folgt wenige Wochen, nachdem ein junger Mann mit seiner Faust versuchte, die Scheiben unseres Büros zu beschädigen. Das Signal ist damit klar: Die rechte Szene in Neuenhagen will sich mit der LINKEN nicht nur politisch auseinandersetzen.
Dass es Rechtsextremismus in Neuenhagen gibt, ist lange bekannt. So war es vor einiger Zeit auch Thema im Kultur- und Sozialausschuss der Gemeinde. "Das fängt beim vermeidlich kleineren Alltagsrassismus an und geht bis zum sogenannten geschlossenen rechtsextremen Weltbild", erklärte der Vorsitzende des Ausschusses, Sven Kindervater (LINKE). Sehr verbreitet sei eher ersteres, weiß Kindervater auch aus Diskussionsrunden im Jugendclub Blaupause zu dem Thema. "Ob Migranten nicht wenigstens mal deutsch reden könnten auf der Straße und ob die nicht alle unsere Arbeitsplätze wegnehmen würden, werden wir von Jugendlichen gefragt", ergänzt Kindervater. Häufig helfe es, sich mal in die Situation von Migranten zu versetzen. Zumindest sei man noch nie aus einer Diskussion rausgegangen, ohne zum Nachdenken angeregt zu haben.
Doch im Falle des Angriffes auf unser Büro rief der weglaufende junge Mann Parolen, wie man sie sonst nur von rechten Demos kennt. Wir werden sie an dieser Stelle natürlich nicht wiederholen. Fakt ist aber, dass dieser Mann also aus der Szene kam, zumindest Kontakt zu ihr hat. Es fängt manchmal mit ein paar Fragen an und endet nicht selten in aktivem Engagement in der rechtsextremen Szene. Gerade am Anfang sollte man also nicht wegsehen.
Zwar tritt keine rechte Partei in Neuenhagen an, allerdings ist das nicht untypisch. Die NPD ist zerstritten und finanziell am Boden. Die rechte Szene orientiert sich derzeit eher wieder stärker auf freie Kameradschaften und weitere Untergrundorganisationen. Auch Nachahmungen des NSU sollte man nicht ausschließen. Es ist also keine Zeit für Entwarnung. "Rechtsextremismus entsteht da, wo soziale Vernachlässigung es zulässt", fässt Kindervater zusammen. Man müsse die Sorgen vieler junger Menschen annehmen und ihr Auftreten auch als Hilfeschrei deuten. DIE LINKE fordert in ihren Kommunalwahlprogrammen, aufsuchende Jugendarbeiter, sogenannte Streetworker, einzustellen. Wir sagen: Zeit wirds! Der Kampf gegen Rechts sollte allen Demokraten wichtig sein.
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