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LINKE ist solidarisch mit streikenden Busfahrern

Thomas Nord (MdB, DIE LINKE, Bildmitte) im Gespräch mit streikenden Busfahrern in Fürstenwalde

Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Thomas Nord (DIE LINKE) besuchten Mitglieder der Fürstenwalder LINKEN am Nachmittag des 1. Mai die streikenden Busfahrer vor dem Betriebsgelände in der James-Watt-Straße. „Wir sehen uns als LINKE an der Seite der Streikenden und den Gewerkschaften, wenn es darum geht für gerechte Löhne und faire Arbeitsbedingungen einzutreten, ihnen gilt unsere Solidarität und Unterstützung." so Thomas Nord im Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen. "Es geht bei dem Streik um mehr als nur Geld. Es geht auch um unser aller Grundrecht, für unsere Forderungen als Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu kämpfen."

René Benz, Fürstenwalder Stadtverordneter und mitstreikender Busfahrer, erklärt im Gespräch warum der Streik mit dieser Härte zur Zeit geführt wird. "Wir Busfahrer und technischen Angestellten befinden uns in einem unbefristeten Erzwingungsstreik. Bei unserem Streik geht es uns um eine Tariferhöhung von 120 Euro. Trotz aller Bemühungen unserer Gewerkschaft (und das seit Monaten) ist bisher kein Tarifabschluss durch das provozierende Verhalten des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) möglich. Damit Sie verstehen, worum es uns geht: 80 Prozent der Fahrer kommen mit Zuschlägen auf höchstens 1200 Euro Netto im Monat. Und das bei 60 oder 70 Wochenstunden, welche durch unbezahlte Freizeit oder auch Wendezeiten entstehen. Kollegen sind fast immer von 6-19 Uhr unterwegs, 365 Tage im Jahr, auch an Wochenenden oder nachts oder an Feiertagen. Bei Wind und Wetter, netten oder weniger freundlichen Fahrgästen, immer rücksichtsloser agierenden Autofahrern und endlosen Baustellen hier im Landkreis. Wir lieben unseren Beruf und sind immer noch in der Lage, uns selber zu motivieren, obwohl das beim monatlichen Blick auf den Gehaltsbrief oder dem sich immer wieder stündlich wechselnden Einsatzplan sehr schwer fällt. Jahrelang haben wir auf Lohnerhöhungen verzichtet. 6 Jahre lang bekamen wir 1,5% Erhöhung, mit dem Versprechen der Arbeitsplatzsicherung. Dieses Versprechen ist albern und realitätsfern: Schon heute fehlen Busfahrer und Fahrten können nicht besetzt werden. In den nächsten 5 Jahren werden 20.000 Fahrer in Deutschland fehlen. Könnte man sich mit seiner eigenen Hände Arbeit ernähren, wäre es wohl nicht so."

Stephan Wende, Fraktionsvorsitzender der LINKEN in Fürstenwalde und Frithjof Bastian, Ortschef der Fürstenwalder LINKEN, solidarisieren sich mit den Streikenden. „Es ist unglaublich, dass die hohe Verantwortung eines Fahrers so gering entlohnt wird. Die letzte Tarifanpassung ist über 10 Jahre her. Das passt nicht zur Entwicklung der allgemeinen Lebenshaltungskosten. Auch die Veränderungen in der Arbeitszeitregelung sind inakzeptabel. Innerhalb der regulären Schichten wurden nicht bezahlte „Frei-Zeiten" eingeführt, die gar keine sind. Darüber muss in den Verhandlungen dringend gesprochen werden."

Es ist für ihn schon traurig zu sehen, "dass am 1. Mai 2015 ganz aktuell Arbeiter um den 8-Stunden-Arbeitstag kämpfen müssen - wie vor 125 Jahren." so Wende, der als Kreistagsabgeordneter gleich noch hinterher schiebt: "Kritisch in diesem Tarifstreit ist die Rolle des Landkreises Oder-Spree zu hinterfragen, der ja Miteigentümer und somit Mit-Arbeitgeber ist. Warum nimmt der Landkreis hier keine aktive und vermittelnde Rolle ein und löst so ein großes Problem für die Einwohner in Oder-Spree, die Busfahrer und Reisende gleichermaßen sind?"

 


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